25 Jahre Freie Bürgergruppe Simmern e.V. / FBG (1989 – 2014)

 
 
Die Gründungsversammlung der  „Freie Bürgergruppe Simmern e.V.“ fand am 21. Januar 1989 statt.
 
Die Gründungsversammlung von 7 Mitgliedern (Bertsch, Antje; Dr. Bertsch, Wolfmar; Märsch, Harald; Winkler, Gabi; Winkler, Gerhard; Bertram, Richard; Anderle-Bertram, Helga) beschloß eine zuvor ausgearbeitete Satzung.
 
Eintragung des Vereins beim Amtsgericht Montabaur wurde beantragt; Eintragung in das Vereinsregister erfolgte beanstandungsfrei.
Die Gründung als e.V. – eingetragener Verein – erfolgte seinerzeit ganz bewusst, um auf der sicheren Seite zu sein vor etwaigen Beanstandungen von Seiten des politischen Gegners im Rahmen der Teilnahme an den Gemeinderatswahlen.
 
Als Vorsitzende wurde Antje Bertsch gewählt. Stellvertreter wurde Richard Bertram.
 
Ziel und Zweck der FBG ist nach § 2 der Satzung die sachgemäße Vertretung der Bevölkerung im Ortgemeinderat der Gemeinde Simmern durch eine Gruppe mitgliedschaftlich organisierter BürgerInnen, die frei und unabhängig von Parteibindungen arbeiten. Deshalb wurde in § 3 festgelegt, dass Mitglied in der Freien Bürgergruppe Simmern e.V. nur werden kann, wer kein Mitglied einer Partei oder einer anderen Wählergruppe der Ortsgemeinde ist.
 
Hervorgegangen ist die FBG im Wesentlichen aus den führenden Mitgliedern der „Bürgerinitiative Grundschulerhaltung Simmern / Kadenbach“, die in den Jahren 1985/86 für eine zukunftsweisende Schul- und Kindergarten-konzeption in den Augstgemeinden gekämpft hatte.
Auslöser für diese Bürgerinitiative, die damals das ganze Dorf erfasste, war ein von der CDU_Fraktion im Simmerner Gemeinderat unter der Führung von Exbürgermeister Anton Schneider bei der Verbandsgemeindeverwaltung Monta-baur eingereichter Antrag auf Auflösung der wohnortnahen Grundschule Simmern.
Die Erkenntnis, dass BürgerInnen den politischen Gremien machtlos gegenüber stehen, auch wenn sie die besseren Argumente auf ihrer Seite haben, veranlasste  die enttäuschten Eltern aus dieser Zeit zur Gründung der FBG, um in der Zukunft die Geschicke der Gemeinde Simmern aktiv mitzugestalten.
 
Zur Ortsgemeinderatswahl am 18. Juni 1989 reichte die FBG neben den alteingesessenen Parteien CDU und SPD erstmals einen Wahlvorschlag mit 6 KandidatenInnen ein, was Mehrfachnennungen erforderlich machte.  Die FBG errang direkt 3 der 15 Sitze im Ortgemeinderat. Damit war die bisher sichere Mehrheit der CDU-Fraktion im Ortsgemeinderat gebrochen und die Ära Anton Schneider zu Ende.
 
Mit Richard Bertram FBG als 1. Beigeordneten und Bürgermeister Erich Schmidt von der SPD trat die FBG in die verantwortungsvolle Aufgabe der Gemeindeverwaltung von Simmern ein. SPD und FBG bildeten eine Koalition, die CDU hatte sich in die Oppositionsrolle zu fügen.
 
Bei den Gemeinderatswahlen am 12. Juni 1994 bot die FBG 10 KandidatInnen auf, verlor jedoch einen ihrer bisher drei Sitze an die SPD. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von FBG und SPD im Gemeinderat wurde fortgesetzt. Viele in der ersten gemeinsamen Periode (1989-2004) begonnenen Projekte wurden fortgeführt und beendet.
 
In den Wahlperioden 1989- 1994 und 1994 – 1999 wurden eine ganze Reihe von Projekten erfolgreich auf den Weg gebracht und umgesetzt.
 
Der Ortsgemeinderat beschloss auf Antrag der FBG Ausgleichsleistungen (Bezuschussung) zu den ÖPNV-Fahrkosten. Der jährliche ÖPNV-Taschenfahrplan der FBG wurde zu einer festen Einrichtung.
 
Die Kleringstraße wurde neu ausgebaut, wobei ein beachtlicher Landeszuschuss in Anspruch genommen werden konnte.
 
Die Auflösung des Kindergarten-Zweckverbandes Simmern-Neuhäusel erfolgte einvernehmlich für beide Ortsgemeinden.
 
Auf Antrag der FBG wurde ein Dorfentwicklungskonzept aufgestellt und im Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Die FBG setzte sich für die Ortsdurchgrünung, Naturschutz im Dorf, Landschaftsschutz, Feldwegeingrünung und Sicherung des Streuobstbestandes in der Flur ein.
 
Die Verkehrsberuhigung Ortseingang von Neuhäusel (Torsituation vor der Tankstelle) wurde dem Straßenbauamt Diez abgerungen.
 
Als weiteres hervorragendes Beispiel ist die Rad-Fußwegeverbindung von Simmern nach Vallendar zu nennen, bei der große Widerstände beteiligter Behörden zu überwinden waren.
Die Verkabelung für den Fernsehempfang durch die KEVAG konnte erreicht werden. Glücklicherweise wurde sie nicht durch die von der Verbandsgemeinde empfohlene SÜWEDA ausgeführt, die in einem Chaos endete.
 
Das Baugebiet Am Roth I (Rauenstück) wurde erschlossen und ausgebaut.
Der Ausbau des Dorfplatzes wurde auf den Weg gebracht, unbeschadet eines Bürgerentscheides, der dies verhindern sollte.
 
Für das Gewerbegebiet Kreuzwiese wurden die grundlegenden Voraussetzungen auf den Weg gebracht. Der Ausbau der Industriestraße mit einer Kreiselanbindung an die B 49 wurde erreicht.
 
Die FBG hat sich konstruktiv durch Vorschläge und Mitarbeit an der Durchführung der 800-Jahr-Feier (1995) beteiligt.
 
Nach dem gemeinsamen Wahlverschlag in der Jahreshauptversammlung der FBG am 17. März 1995 wurden als 1. Vorsitzende Frau Helga Ernerth und als 2. Vorsitzender Heribert Schughart gewählt.
 
Die Mitgliederzahlen in der FBG stieg weiter langsam aber stetig, so dass die FBG zur Kommunalwahl 1999 (Wahlperiode 1999-2004) mit einer starken Liste mit 6 Kandidatinnen und 10 Kandidaten antreten konnte.
 
In der Mitgliederversammlung am 1. März 1999 wurde Harald Märsch als Vorsitzender und Rainer Dämgen als Vertreter gewählt.
 
Die Mitgliederversammlung am 5. September 2003 wählte Rainer Dämgen als Vorsitzenden und Wolfmar Bertsch als Vertreter. Der langjähige – von 1989 an –  Kassierer Gerhard Winkler wurde durch Birgit Gaschler abgelöst.
 
 
Die Zusammenarbeit der FBG mit der SPD unter Ortsbürgermeister Erich Schmidt wurde in der Wahlperiode 1999 – 2004 fortgesetzt. Der Gemeinderat hat sich in dieser Zeit u.a. intensiv mit der Erschließung eines neuen Baugebiets beschäftigt und hierzu eine Reihe von Möglichkeiten geprüft und erörtert. Wesentlich war auch die Entwicklung des Gewerbegebietes Kreuzwiese unter Beteiligung, neben der Ortsgemeinde Neuhäusel, auch der Ortsgemeinde Eitelborn.
 
Die fehlende Entschlusskraft für ein neues Baugebiet hat sich als eine Belastung ausgewirkt bei der Gemeinderatswahl 2004. Die CDU konnte auch mit ihrem Anliegen der Ansiedlung eines Lebensmittel-Einzelhandelsbetriebes im Gewerbegebiet Kreuzwiese punkten.
 
Die Gemeinderatswahl 2004 hatte für die FBG nicht den gewünschten Erfolg. Heribert Schughart als Kandidat der FBG für das Bürgermeisteramt scheiterte knapp gegen den Kandidat der CDU Jörg Haseneier. Dennoch konnten unverändert 3 Mandate für den Gemeinderat errungen werden. Die CDU wurde Mehrheitsfraktion und stellte den Ortsbürgermeister. Für die SPD lag ein deutlich schlechtes Wahlergebnis im allgemeinen Trend wobei sich negativ auswirkt hat, dass ein eigener Kandidat bzw. eine eigene Kandidatin für das Amt des Ortsbürgermeister nicht benannt wurde.
 
Auf eine Darstellung der von der CDU-Fraktion mit ihrer absoluten Mehrheit seit 2004 betriebenen Gemeinderatspolitik kann hier verzichtet werden. Wesentlich ist jedoch, dass sie mit ihrem Anliegen für die Ausweisung eines Baugebietes „Im Wäldchen“ endgültig scheiterte. Die „Aktion Vernunft für Simmern“ erreichte ein vernichtendes OLG-Urteil im Normemkontroll-verfahren.
 
Dank gilt allen Mitgliedern der FBG, die ihr bis heute die Treue gehalten haben, besonders denen aber, die sich für Ämter in der FBG und im Ortsgemeinderat zur Verfügung gestellt haben. Am Beispiel Baugebiet „Im Wäldchen“ hat sich erwiesen, dass durch Zusammenarbeit und gemeinsame Ziele etwas erreicht werden kann. Nur gemeinsam sind wir stark. Das gilt gerade für die Zukunft und die anstehende Gemeinderatswahl 2014.